Ehrenamtlicher Amphibienschutz in Zeiten des Krimawandels

22. April 2024 | Amphibienschutz

Der ehrenamtliche Amphibienschutz steht in Zeiten des Klimawandels vor großen Herausforderungen: Während Zersiedelung und Flächenfraß ihre Lebensräume an Land ausräumen und durch immer neue Straßen und Wohngebiete von den Laichgewässern trennen, verschlechtert der Klimawandel zunehmend die Situation der Laichgewässer. Immer heißere und trockenere Sommer führen vielerorts dazu, dass nahezu 100 % der Kleingewässer zur Laichzeit austrocknen. Dies bedeutet einen Totalverlust bei der Reproduktion und wirkt sich verheerend auf lokale Bestände aus. Schließlich führt der Insektenrückgang dazu, dass auch die Nahrungsgrundlage für die Amphibien vielerorts rapide schlechter geworden ist.

Es verwundert daher nicht, dass von den nur 21 Amphibienarten, die es in Deutschland gibt, jede zweite Art bestandsgefährdet ist, so die neue Rote Liste Deutschlands aus dem Jahr 2021. Die Frage, was wir zu einer Trendumkehr beitragen können und auch müssen, um unsere Amphibien zu erhalten, nimmt uns letztlich alle in die ethische Pflicht. Denn eines ist klar: Sind Amphibienarten erst einmal lokal, regional und nicht zuletzt überall einmal verschwunden, ist es zu spät. Ein Bereuen in zehn, fünfzig oder hundert Jahren kann heutige Versäumnisse nicht mehr auffangen. Vielmehr ist es an der Zeit, jetzt konkret und effizient zu handeln, um lokale Populationen zu erhalten und die Zahl der gelungenen Metamorphosen zu erhöhen, dabei gleichzeitig aber auch die Zeitkontingente der Ehrenamtlichen effektiv zu nutzen.

Auf der Exkursion am 11. Mai 2024, berichteten Uwe Somplatzki, Mitvorsitzender vom BUND Hemsbach-Laudenbach, und Sandra Panienka über die Situation unserer Amphibien in der Region, den allgemeinen Artenrückgang, aktuelle Bedrohungen und über aktive Naturschutzarbeit zum Erhalt unserer stark bedrohten Amphibienpopulationen. Dabei stellten sie das kombinierte System aus natürlichen Biotopen, Edelstahlwannen als Ablaichhilfen und das Wasserbevorratungssystem vor, auf das wir als BUND OV Dossenheim beim Amphibienschutz im Steinbruch Leferenz setzen. Davon profitieren besonders die beiden spätlaichenden Zielarten Gelbbauchunke und Wechselkröte. Beide Arten sind der Kategorie 2 stark gefährdet der Roten Liste Baden-Württembergs zugeordnet. Die Paarungsrufe der Gelbbauchunke waren überall zu hören und zahlreich zu sehen.

Viel didaktisches Material und intensive Begegnungen weckten die Faszination für eine besonders schutzbedürftige Tiergruppe. 


Vielen Dank an die 35 interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die vielen anregenden Gespräche.

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