BUND OV Dossenheim

Steinkauzschutz ist Landschaftsschutz

Der Steinkauz braucht alte Baumbestände mit ausgedehnten Höhlen. Wo diese selten geworden sind, imitieren Nistkästen die natürlichen Behausungen.  (Michael Ziara)

Kaum eine Eule ist so ein Sympathieträger wie der kleine koboldhafte Steinkauz, der 2021 in der Schweiz Vogel des Jahres ist. Doch so faszinierend er ist, so schwer gestaltet sich manchmal sein Schutz. Abhängig von offenen, grünlandreichen Landschaften mit ganzjährig kurzer Vegetation, einem großen Höhlenangebot, Sitzwarten und beweideten Grundstücken hat er es zunehmend schwerer. Denn die Landschaft, die er benötigt, wird immer seltener. In Deutschland stand er lange mit Zuordung in die Kategorie 2 (2003) und 3 (2013) auf der Roten Liste. Auch im Rhein-Neckar-Kreis ist der Bestand rapide gesunken.

Bestandserholung dank zahlreicher erfolgreicher Schutzprogramme

Der Steinkauz besiedelt gerne offene Landschaften wie strukturreiche Felder, Wiesen und Gärten mit Gehölzen  (Michael Ziara)

Doch zahlreiche erfolgreiche Schutzprogramme haben zu einer positiven Bestandsentwicklung beigetragen. So stieg die Anzahl der Brutpaare wieder auf 8000-9000, sodass der Steinkauz in der aktuellen  Roten Liste (2021) zurück auf die Vorwarnstufe gesetzt wurde. 

 

Brutpopulationsuntersuchung am Steinkauz

Beringungsprojekt der Vogelwarte Radolfzell

Ab dem Jahr 2022 unterhält Michael Ziara zunächst über einen Zeitraum von fünf Jahren das Beringungsprojekt "Brutpopulationsuntersuchung am Steinkauz" der Vogelwarte Radolfzell. Solche Beringungsprojekte sind personengebunden, da sie vor Genehmigung die erfolgreiche Teilnahme an einem theoretischen und praktischen Beringungskurs erfordern.

Ansiedlungsprojekt in Kooperation

Dr. Astrid Eben vom Julius-Kühn-Institut freut sich über die Anbringung von zwei Steinkauznistkästen auf dem Institutsgelände durch BUND Dossenheim und AK Greifvogelschutz des NABU Heidelberg. Personen von links nach rechts: Dermot O’Connor (BUND Dossenheim), Dr. Karl-Friedrich Raqué (AK Greifvogelschutz, NABU Heidelberg), Michael Ziara (BUND Dossenheim und AK Greifvogelschutz, NABU Heidelberg), Dr. Astrid Eben (Julius-Kühn-Institut) und Ulf Petersen (AK Greifvogelschutz, NABU Heidelberg)  (Patricia Reister)

Um die Bestandsentwicklung dieser Eulenart im Rhein-Neckar-Kreis umzukehren, braucht es neben dem Einsatz für den Erhalt einer strukturreichen Landschaft eine enge Zusammenarbeit möglichst vieler Naturschutzverbände in möglichst vielen Gemeinden, die gemeinsam ausgehend von den beiden noch bekannten Standorten geeignete Lebensräume mit Niströhren ausstatten.

Im Sommer 2020 haben wir von Seiten des BUND Dossenheim in Kooperation mit dem Arbeitskreis Greifvogelschutz des NABU Heidelberg begonnen geeignete Habitate auf Dossenheimer Gemarkung zu suchen und die Zahl der angebotenen Nisthilfen auf 15 erhöht und intensivierte die bereits 2007 durch Florian Knappe begonnenen Maßnahmen. Den ausführlichen Bericht finden Sie hier. Im Winter 2020 wurde die Kooperation um den BUND Ladenburg ergänzt und die Bacherlebnisstation mit zwei Nistkästen ausgestattet. Derzeit betreuen wir 40 Nistkästen.

Im Sommer 2021 suchte Michael Ziara den Kontakt zum NABU Weinheim, um das Kooperationsprojekt entlang der Bergstraße auszuweiten, erfreulicherweise konnten so direkt zwei weitere Brutpaare festgestellt werden.  

Impressionen von den Montagen der Nistkästen

Nistkästen der Schülerfirma MIDENA

Die Schüler der Schülerfirma MIDENA - Mit der Natur per Du! - vom Stift Sunnisheim in Sinsheim liefern die fertigen Steinkauznistkästen aus  (Patricia Reister)

Bei den Nistkästen setzen wir auf rechteckige Kästen mit Maderschutz, die sich von oben öffnen lassen. Sie sind bei der Reinigung und Beringung leichter zugänglich und somit prakitkabler. Gerfertigt werden sie nach unserer Bauanleitung von der Schülerfirma MIDENA Sunnisheim und finanziert durch den Landschaftserhaltungsverband LEV Rhein-Neckar e.V.. 

Kontakt

Michael Ziara

1. Vorsitzender und Leiter des Beringungsprojektes
E-Mail schreiben Tel.: 06221/3545020

Vogel des Jahres 2021 in der Schweiz

BirdLife Schweiz hat den Steinkauz zum Vogel des Jahres 2021 gekürt, da die kleine Eule wie kaum ein anderer Vogel für den Erfolg von Schutzmassnahmen, aber auch für mangelnden Einbezug der Biodiversität bei der Raumplanung steht. Er ist nun Botschafter für eine Ökologische Infrastruktur im Jahr 2021.

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Einen informativen Vortrag zum Steinkauz von BirdLife Schweiz finden Sie hier.

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