BUNDbrief Nr. 11, Oktober 2019
 
 

BAYER, Bauern und die Bienen - ZDFzoom - 31.10.2019

In der Landwirtschaft sind Insektengifte nicht immer zu vermeiden. Manche Substanzen beseitigen aber nicht nur Schädlinge, sondern schädigen Bienen. In der Kritik: die Neonicotinoide.

Beitragslänge: 28 min

Der Bayer-Konzern, einer der Hersteller, gerät unter Druck: "ZDFzoom"-Recherchen ergeben, dass manche Giftstoffe längst hätten verboten werden müssen. Auch die Übernahme von Monsanto und Schadenersatzklagen in Sachen Glyphosat haben dem Konzern zugesetzt.

Für die Bayer AG und andere Hersteller sind Insektengifte ein Kerngeschäft. Insgesamt landen jedes Jahr Tausende Tonnen auf den Äckern. Allein in Deutschland konnten die Unternehmen im Jahr 2018 Mittel für knapp 1,3 Milliarden Euro verkaufen.

Die Wirkung der Mittel ist sehr umstritten. Einige, wie etwa die Gruppe der Neonicotinoide, stehen unter dem Verdacht, massiv zum Bienensterben beizutragen. Vor allem Umweltschützer machen mobil und fordern ein Verbot von chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln. Seit über 20 Jahren warnen Wissenschaftler und Studien vor den negativen Auswirkungen der Neonicotionoiden.

"ZDFzoom"-Reporter Berndt Welz geht der Frage nach: Hat die Industrie mithilfe der Behörden ein Verbot der Stoffe über Jahre verschleppt?

Text: ZDFzoom

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-bayer-bauern-und-die-bienen-100.html

 

Volksbegehren Artenschutz – „Rettet die Bienen“ in Baden-Württemberg

Faktencheck

„Entgegen des reißerischen Titels ‚Rettet die Bienen‘ werden prinzipiell im Begehren keine Aussagen zur Bienenhaltung gemacht. …….Die Bienen tauchen im Text nicht mal auf“, so ein ehemaliger Kreisrat aus Hirschberg.

Richtig ist:

Beim Volksbegehren wird nirgendwo behauptet, dass es um Bienenhaltung geht. Es geht ausschließlich um wildlebende Insekten. In vielen Veröffentlichungen zum Volksbegehren landesweit wird darauf hingewiesen, dass knapp 50 Prozent der 460 in Baden-Württemberg vorkommenden Wildbienenarten auf der Roten Liste stehen und also stark gefährdet sind.

Neue Studie

Mit folgendem Titel (Link) verweist die Landesregierung in einer neuen Studie vom 13.09.2019 auf das Sterben der Wildbienen: Massives Insektensterben in Baden-Württemberg.
Diese Studie der Landesanstalt für Umwelt zeigt, dass auch Baden-Württemberg massiv vom Insektensterben betroffen ist. Die ersten Daten des landesweiten Insekten-Monitorings sind alarmierend und bestätigen alle Befürchtungen.

Wie stehen Imker zum Volksbegehren?

Viele einzelne Imker und Imkervereine unterstützen uns.

Auch der Präsident des Bundesverbands der Imker, Peter Maske, hat das Volksbegehren mehrfach öffentlich unterstützt. Der badische Imkerverband wiederum ist gegen das Volksbegehren, der württembergische Landesverband skeptisch.

Der auf einem Bauernhof aufgewachsene lokale Imker schreibt dazu in einer uns zugeschickten E-Mail:

Ich bin mittlerweile 53 Jahren alt und imkere seit meiner Kindheit zusammen mit meinem Großvater und Vater. Die Imkerei hat sich in den letzten 40 Jahren deutlich verändert. Die Landwirtschaft mit den Monokulturen und dem Pestizideinsatz hat einen wesentlichen Einfluss auf Entwicklung der Bienenvölker im Jahresverlauf. Sogar erfahrene Imker des Imkervereins Ladenburg, die im stolzen Alter von über 70 Jahren langjährige Erfahrung in der Imkerei besitzen, erkennen die Veränderungen. Ich unterstütze dementsprechend das Volksbegehren.“

Weitere Fakten

Die Zeit drängt. Das Artensterben hat sich in den vergangenen Jahren so beschleunigt, dass es neben der Klimakrise die zweite große ökologische Katastrophe unserer Zeit ist. Der Weltbiodiversitätsrat spricht vom größten Artensterben seit dem Aussterben der Dinosaurier. Eine Millionen Arten weltweit sind bedroht.

Und in Baden-Württemberg sieht es nicht besser aus. Die Kern-Fakten, warum es Zeit wird, auch bei uns endlich gesetzlich verbindlich gegen das Artensterben vorzugehen:

  • 40 Prozent der 50.000 hier vorkommenden Arten sind bedroht.
  • Allein am Bodensee sind seit Anfang der 80er Jahre laut Max-Planck-Gesellschaft 25 Prozent der Vögel und 75 Prozent der Insekten „verschwunden“.
  • Rechnerisch dürften in Baden-Württemberg nur sechs Prozent aller in Deutschland ausgebrachten Pestizide versprüht werden, tatsächlich sind es laut NABU Pestizidbericht aber neun Prozent – also anteilsmäßig die Hälfte mehr als angemessen.

Das Volksbegehren in Kürze:

 

Was: Volksbegehren Artenschutz – „Rettet die Bienen“

Wann: 24. September 2019 bis 23. März 2020

Wer: Unterzeichnen können alle Wahlberechtigten zur Landtagswahl. Also deutsche Staatsbürger*innen, die mindestens 18 Jahre alt sind, die deutsche Staatsbürgerschaft und ihren Hauptwohnsitz seit mindestens drei Monaten in Baden-Württemberg haben

Die amtliche Sammlung dauert drei Monate. Die Eintragungsliste für die Gemeinde Dossenheim wird in der Zeit vom 18. Oktober 2019 bis 17. Januar 2020 im Bürgerbüro der Gemeinde Dossenheim, Zimmer 115, Rathausplatz 1, 69221 Dossenheim zu folgenden Öffnungszeiten für Eintragungswillige zur Eintragung bereitgehalten:

• Mo 08:00 – 12:00 Uhr

• Di 08:00 – 19:00 Uhr

• Mi 08:00 – 16:00 Uhr

• Do 08:00 – 16:00 Uhr

• Fr 07:00 – 13:00 Uhr

Letzter Samstag im Monat von 10 – 12 Uhr. Die Samstagöffnungszeiten für 2019 wurden wie folgt festgelegt: 26. Oktober 2019, 30. November 2019, 14. Dezember 2019.

 
 

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